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Wer sind BBM?



© Piet Hiltmann 2014
© Piet Hiltmann 2014


Die Künstlergruppe BBM (Beobachter der Bediener von Maschinen) existiert seit 1989. BBM verstehen sich als Künstler, Forscher und Performer. Projektbezogen kommen Musiker, Designer, Architekten und Programmierer hinzu. Seit 1992 kuratieren die Mitglieder von BBM auch Ausstellungen und vergeben Auftragsarbeiten zu exakt definierten Themen, sowie stellen ihr Archiv anderen Künstlern zum Arbeiten zur Verfügung.
Das Arbeitsprinzip ist kollektiv: für die Öffentlichkeit sind keine individuellen Handschriften oder Künstlerpersönlichkeiten erkennbar.

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Geschichte

Die erste Ausstellung interaktiver Objekte wurde 1989 durch Mirjam Lehnert und Ralf Rozius in der Produzenten-Galerie „Paranorm“ in der Berliner Lützowstraße realisiert. Seitdem bestimmen vornehmlich Live-Shows und Aktionen, die anfangs der Tradition „autodestruktiver Kunst“ verpflichtet waren (siehe auch: Gustav Metzger), die Arbeit der Gruppe.

 BBM verstehen sich als personell offene Forschungs-Plattform an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik. Sie betreiben seit 1997 ein eigenes, 800 m² großes Labor für kinetische und mediale Experimente in Hannover.

Ihr bislang bekanntestes Projekt ist der Themenpark „Wissen“ auf der Expo 2000, ein Schwarm-Experiment mit 72 Robotern, das bis heute als größter gelungener Versuch in „collective roboting“ gilt und von 1,2 Millionen Besuchern gesehen wurde.

2003 bis 2006 leiteten BBM das EU Kultur 2000 Projekt TROIA (Temporary Residence of Intelligent Agents) über „Technologien politischer Kontrolle“ und neue Methoden der Beherrschung von Unruhen im öffentlichen Raum.

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Telekill, Hannover 1995


Im Jahr 2009 kuratierten BBM gemeinsam mit Cecilia Wee, London, und Moritz von Rappard das Projekt EMBEDDED ART in der Akademie der Künste am Pariser Platz, Berlin, an dem über 50 Künstler teilnahmen. Alle gezeigten Kunstwerke sind Auftragsarbeiten und behandeln kritisch die Themen Sicherheit und Kontrolle, die staatlichen Reaktionen auf die „neuen Gefahren“ durch „internationalen Terrorismus“, sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen Veränderungen. Ferner präsentierten BBM im Rahmen von EMBEDDED ART die New Yorker Show „aesthetics of terror“, die im Herbst 2008 aus politischen Gründen abgesagt wurde.

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Telekill, Hannover 1995


Politik?

Die Arbeit von BBM dreht sich, bestimmt durch ihr wesentliches Material, die Maschine, stets um Technologie, Forschung und die gesellschaftlichen Verhältnissen in der BRD. Der Fokus dabei liegt insbesondere auf der Herausarbeitung der solchen Prozessen immanenten Gewalt, sowie einer Ventilierung des Verhältnisses von Geld, Hochtechnologie und Menschenrecht.
BBM haben sich in zahllosen Ausstellungen, Aktionen und Performances immer wieder künstlerischen Inszenierungen verschrieben, deren Gegenstand eine fundierte Technik- und Kapitalismuskritik ist, die sich in der Intention sich allerdings deutlich aus dem Kontext einer ideologisch-politischen Kunst heraushält.
BBM verstehen sich als "intellektuelle Sonden", wie Jürgen Schweinebraden es formuliert, nicht als Ideologen.

Bücher und Performances
Die Arbeit von BBM war und ist stets mehrgleisig. Sie besteht aus den zumeist groß angelegten, aufwendigen Inszenierungen und einer intensiven Text-Produktion:
So bestand beispielsweise ihre Teilnahme an "Deutschlandbilder", der Ausstellung der Berliner Festspiele im Gropius Bau Berlin 1997, aus einer mehrtausendseitigen Textsammlung zur "Staatsparanoia in Deutschland". Insgesamt haben BBM bisher 14 eigene Bücher mit teils erheblichem Umfang herausgegeben.


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Telekill, Hannover 1995



Museum vs. Wirtschaft

Für die Arbeit von BBM ist kennzeichnend, daß sie zwar immer im Kontext bildender Kunst zustande kommt. Ihr Spielort aber ist der öffentliche Raum.
Zur Überzeugung von BBM gehört, daß Relevanz nur erreicht werden kann, wenn stets erneuerte Kenntnisse über die tatsächlich wirkungsmächtigen Kontexte dieser Gesellschaft bestehen.
Deswegen war das Museum als Ziel der Arbeit nie von großem Interesse. Jedoch reizt sie immer wieder das Thema "deutsche Wirtschaft" zu Auseinandersetzungen unter der Fragestellung, wer wessen Energien und Ideen wie nutzt.

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Guido, Hannover 1995



Auto oder Roboter?

Da das Auto im Zentrum der Aktivitäten der deutschen Nachkriegswirtschaft steht, ohne das jene in ihrer gewaltigen Dynamik kaum denkbar gewesen wäre, waren auch die Maschinen von BBM, die den Zustand oder die "soziale Fallhöhe" (Johannes Kockel) der Gegenwartskultur abbilden sollten, naheliegenderweise stets Fahrzeuge.
Ganz bewußt hatten die Maschinen von BBM nie anthropomorphen Charakter: keine Roboter, sondern "Geräte", Boliden, Vehikel: Werkzeuge für kinetische und geistige Operationen.