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VERANSTALTUNGSKALENDER 2017

BBM e.V.
Am Elbdeich 17
19309 Unbesandten

KUNSTAUSSTELLUNG Un/Heimat

dem 27. Mai 2017 (Vernissage 15:00-19:00 Uhr) bis 10. September 2017

zeigt BBM e.V. an ausgewählten Wochenenden und während der gesamten Elbelandpartie von 3.,4.,5. Juni 2017 von 11-19 Uhr künstlerische Arbeiten, die sich kritisch mit dem Begriff der „Heimat“ auseinandersetzen.
Künstler Simone Ahrend, Escuela Secundaria Rebelde Autonoma Zapatista, Mervete Bobaj / mpower, Frank Fenstermacher, Göran Gnaudschun & Anne Heinlein, Sebastian Krumbiegel, Sandra Kuttner, Sina Michalskaja / Shahin Zarinbal, Jörg Möller, Moritz ® / Der Plan, Daniel Rosenthal, Marie-Luise Scherer, Toneva/Tiller, „Der Wahre Heino“, Unbekannter Künstler (Übermalung), Yewgeni Yufit (†), Sahar Zukerman
Tags Migration, Flucht aus der DDR, Filz, Rechtspopulismus, Menschenrechte, Moscheen, Autonomie, EU, G8-Gipfel, Gorleben, Notunterkunft, Empowerment, Desintegration, Denk ich an Deutschland in der Nacht, Sumpf, Zone, unheimlich, Volkskunst, Wolf


Kurzinfo “Un/Heimat” thematisiert die Erfahrung von Heimat und Verlust. Die Ausstellung fragt danach, ob der historisch stark beschädigte, oft sentimental-retrospektiv benutzte Begriff „Heimat” in Zeiten intensiver Migration für demokratische Ziele wieder gewonnen werden soll – und wiedergewonnen werden kann. Die Ausstellung kreist daher um die Frage, wie zeitgemäß der Begriff “Heimat” zur Beschreibung aktueller gesellschaftlicher Phänomene ist. Müsste Heimat nicht stets zusammen mit dem Wort “Unheimat” (Viktor Mazin) gelesen werden, das mit Verweis auf Sigmund Freuds Konzept des Unheimlichen die Störung des Wohlgefühls und der Zugehörigkeit einzubeziehen versucht?
Das Flüchten vor unzumutbaren Zuständen, Gewalt und Verfolgung ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Schon immer waren Menschen in ihrer Heimat in Gefahr, standen unter politischem, wie wirtschaftlichem Druck und mussten deswegen migrieren. Wie reagiert man im Fall von Flucht und Vertreibung auf einen Verlust von nahezu existenzieller Größe, wo einem nicht viel mehr als das nackte Leben bleibt, alle “Habe” verloren ist? Was bedeutet in Bezug auf die eigene Identität eine Dekonstruktion aller Verhältnisse, unter denen einem bisher das Leben als “lebenswert” erschien? Wie und mit wem schafft man einen offenen, dynamischen Ort, in dem der Neuentwurf, die Zukunft ausprobiert werden kann?
“Un/Heimat“ führt uns durch ein teils düsteres, wolkenverhangenes, dann wieder witziges, hell-leuchtendes Panorama einer gefühlsmäßigen Verortung: woher komme ich und wie fühle ich mich dort? Wieviel von mir steckt in diesem Platz, den ich Heimat nenne und wieviel Eigenleben führt der Ort, der auf mich energetisch wirkt, mich auflädt? Wohin fließt die positive, woran entlädt sich die negative Spannung? Wird das „Eigene“ durch das „Fremde“ bedroht oder wird es in aller Schönheit und Bedeutung erst in der Konfrontation mit dem Anderen sichtbar? Welchen „Wert“ hat Heimat und können wir „zur Not“ auch ganz ohne sie auskommen?


Vormerken!
Samstag 5. August 2017, 17 Uhr
Marie-Luise Scherer liest aus "Die Hundegrenze" Die vielfach ausgezeichnete Autorin Marie-Luise Scherer (Egon-Erwin-Kisch-Preis, Italo-Svevo-Preis, Heinrich- Mann-Preis) wird gern als die "Königin der Reportageliteratur" bezeichnet. Sie liest aus dem ihrem Text "Die Hundegrenze", der 1994 im Spiegel erschien. Zitat: "Mitte der sechziger Jahre hatten die Grenztruppen begonnen, zur Bewachung schwer zu sichernder Abschnitte Hundelaufleinenanlagen mit Hütten zu installieren ("TGL-Standardmodell der bewaffneten Organe mit windgeschütztem Seitengelaß"). Durch einen Signalzaun von den Bewohnern des Sperrgebietes getrennt, liefen die Hunde an einem Drahtseil entlang. ... an der gesamten Grenze liefen zuletzt 957 Hunde. Die Grenzkommandos unterhielten ein verzweigtes System der Hundebeschaffung in der gesamten DDR."
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